Unsere Pfingstrosensämlinge
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| Hans-Günter Maschke mit unserem Sämling CC-1 am Morgen des 29. Mai 2008. |
Seit 2003 säen wir alljährlich Päonien-Samen aus. Seit 2004 machen wir regelmäßig gezielte Bestäubungen. Von den daraus entstandenen Pflanzen hat bisher noch keine geblüht. Was wir hier gegenwärtig zeigen, ist also bis auf einige Ausnahmen das Ergebnis von Zufällen. Die abgebildeten Sämlinge sind zumeist dadurch entstanden, dass eine attraktive Mutterpflanze zufällig Samen angesetzt hat, den wir "zufällig" ausgesät haben.
Wir betreiben unsere "Päonienzucht" als reines Hobby. Das bedeutet, dass wir Pfingstrosen - von den Samen, die wir in unserer Liste anbieten, abgesehen - weder verkaufen noch tauschen. Wir machen davon keine Ausnahme und bitten Sie herzlich, uns nicht danach zu fragen. Falls aus unseren Aussaaten eines Tages etwas Lohnendes hervorgehen sollte, werden die Pflanzen von einer Pfingstrosengärtnerei vermehrt und in den Handel gebracht werden.
Man sieht an den Bildern, dass die Elternsorten in der Regel nicht leicht zu übertreffen sind. Das ist so auch nicht unsere Absicht. Auch heute noch machen wir eine Aussaat manchmal nur deshalb, weil wir neugierig sind, wie die Nachkommen einer bestimmten Sorte aussehen. Es dauert eine Weile von der Aussaat bis zur Blüte, aber man bekommt auf jeden Fall ein paar hübsche Pflanzen. Mit anderen Worten: Man muss sich als Züchter schon Mühe geben, um eine hässliche Päonie zu erzeugen...
Wir haben aber auch ein paar ernsthafte Zuchtziele, die sich auf Staudenpäonien (Pfingstrosen im engeren Sinne) konzentrieren. Die vorhandenen gelben und korallfarbenen Hybriden sind eine faszinierende Bereicherung des Sortiments. Trotzdem wünscht man sich hier auch die tieferen Farben, die einige Wildarten haben. Auch wirklich gut gefüllte Hybriden in Gelb oder Korall sind immer noch selten. Und es wäre reizvoll, diese Farben auf Pfingstrosen zu übertragen, die vom Typ her Lactifloras gleichen.
Die Angabe eines Pollenpartners bedeutet hier nur, dass die betreffende Bestäubung von Hand ausgeführt worden ist. In der Regel bestand für die Blüten die Möglichkeit weiterer, "natürlicher" Bestäubungen. Diese werden in unterschiedlichem - in der Regel geringem - Maße realisiert worden sein. Wir verwenden bei der Beschreibung der Sämlinge Abkürzungen, die international üblich und verständlich sind: FB = Jahr der ersten Blüte, OP = offen bestäubt, also keine gezielte Bestäubung, LB = Sämlinge einer Sorte miteinander gekreuzt.
Und das höchste Ziel - der "Heilige Gral"? Wir mögen's kaum hinschreiben, denn man wird sich darüber lustig machen: Wir bestäuben jedes Jahr unsere inzwischen fast 200 BARTZELLA - Blüten mit allen möglichen Pollen und erhalten im Durchschnitt 2 Samen. Gekeimt ist bisher keiner. Das Ergebnis aber könnte den Aufwand lohnen: In echte Staudenpfingstrosen könnte man endlich ein wirklich sattes Gelb hineinbekommen. Mit bestimmten Strauchpäonien gekreuzt, erhielten wir vielleicht eine Art "Remontant-Päonien", also halbstrauchige Sorten mit langen, aufrechten Stielen, die mehrmals im Jahr blühen.
Doch das ist Zukunftsmusik. Wahrscheinlich ist diese Mühe vergebens. Vielleicht schaffen es andere, diese Ziele zu erreichen. Mit der Gentechnik wäre es wohl kein Problem, aber das würde uns den Spaß an der Sache verderben. Den Aufwand, den einige wegen einer bestimmten, für unmöglich gehaltenen Kreuzung getrieben haben, haben wir jedenfalls noch lange nicht erreicht. So lassen wir uns weiter von A.P. Saunders leiten, der einmal sinngemäß schrieb: Lasst Euch nicht entmutigen - bei Päonien ist nichts unmöglich!
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| Die intersektionelle Hybride BARTZELLA (Anderson 1986) am zweiten Juni 2007. Eine ausgewachsene, blühende Pflanze ist etwa 1 ¼ m hoch und 1 ½ m breit und sieht so aus, wie man sich eine gute gelbe Strauchpäonie wünschen würde. Wer schafft es, mit dieser Sorte weiterzuzüchten? |
Bei der Aktualisierung unserer Päonienseite werden wir sowohl hier im Startteil als auch bei den einzelnen Sämlingen in der Regel nichts an den vorhandenen Texten ändern, auch wenn sie irgendwann von der Realität überholt werden. Den jeweils aktuellen Stand werden wir durch fortlaufende Ergänzungen dokumentieren.
Paeonienjahr 2008:
Im Jahr 2008 haben fast alle Päonien außergewöhnlich schön geblüht - vielleicht eine Folge des milden Winters und des langen, kalten Frühlings. Die niedrigen Temperaturen, die wir bis weit in den Mai hinein hatten, haben bei vielen Sorten zu einer späteren Blüte als im Vorjahr geführt. Wir konnten eine Menge interessante Kreuzungen machen, über die aber hier - allein schon aus abergläubischen Gründen - nicht berichtet wird. Leider sind infolge des nasskalten, chaotischen Juliwetters wieder einige vielversprechende Samenkapseln verrottet. Auch mit geplatzten Karpellen, die wir durch Zubinden zu retten versuchen, hatten wir wieder zu kämpfen.
Unsere ab 2003 erzeugten und ab 2005 gekeimten Sämlinge haben alle noch nicht geblüht. In diesem Jahr können wir hier also nicht viel Neues zeigen. Deshalb - und weil zur Zeit noch genügend Platz ist - ergänzen wir die Präsentation der bereits vorhandenen Sämlinge um neue Bilder. Wir können so auch die Entwicklung der Pflanzen sowie ihre Variabilität dokumentieren.
Wir planen,
nach und nach auch unsere übrigen Päonien (und vielleicht auch etwas
von dem, was sonst noch bei uns blüht) hier vorzustellen, doch müssen
wir um Geduld bitten - die Samenerzeugung, -reinigung etc. nimmt uns so in
Anspruch, dass wir das ganze Jahr über kaum zu etwas anderem kommen.
Paeonienjahr 2009:
Das Pfingstrosenjahr 2009 hat uns einige unangenehme Überraschungen bereitet. Es begann damit, dass im Quartier der Aussaaten von 2007 praktisch nichts aufgegangen ist. Zum Teil sind Samen gekeimt und sofort wieder abgestorben. Wir hatten einen Pilzbefall im Sämlingsquartier, der die Kreuzungsarbeit eines Jahres zunichte gemacht hat. Außerdem hatten wir - offenbar in Folge des nasskalten Wetters - später im Jahr und an einer anderen Stelle zum ersten Mal nennenswerte Verluste durch Phytophthora, der u.a. fast unsere gesamte Aussaat von RASPBERRY SUNDAE x CC-1 zum Opfer gefallen ist. Auch Nematoden haben sich beim Pikieren von Sämlingen im Herbst zum ersten Mal stärker bemerkbar gemacht.
Das heiße Wetter bis Mitte Mai 2009 hat den Erfolg der frühen Kreuzungen zweifellos begünstigt. Danach war es viele Wochen kalt, nass und stürmisch, und etliche vielversprechende Samenkapseln sind durch Fäulnis zu Grunde gegangen. Wir ersparen es uns, Bilder von verfaulten Karpellen zu zeigen. Etliche der Bestäubungsversuche, die wir ab Mitte Mai gemacht haben, waren gar nicht erst erfolgreich. Dennoch hat uns das Jahr auch Gutes gebracht: Eine Reihe von interessanten und aussichtsreichen Kreuzungen - z.T. mit Pflanzen, die wir erst vor kurzem erworben hatten - sind zum ersten Mal gelungen. Einige Samen vom Herbst 2008 sind bereits im folgenden Frühjahr gekeimt, und selbst von den unglücklichen Sämlingen des Jahres 2007 hat einer, von dem wir uns etwas erhoffen, dem Pilzbefall widerstanden. Schließlich hat die erste Pflanze geblüht, die aus einer gezielten Kreuzung nach 2003 - dem Beginn unserer systematischen Aussaaten - hervorgegangen ist (OFF-1, siehe dort).
Zum Schluss
ein Bild zum ästhetischen Aspekt von Päoniensamen und -kapseln:
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| Fast zu dekorativ, um sie in die Erde zu bringen: Samen von GOLDEN WINGS (die schwarzen) und HG-6 (die braunen) am 30. August 2008 |